Respekt ist nur ein Teilbereich, der im Jiu Jitsu gefördert wird

Das Antiaggressivitätstraining für die hier betreuten Kinder und Jugendlichen haben wir Anfang des Jahres 2008 eingeführt. Kinder und Jugendliche, die aus belasteten Herkunftssystemen kommen, haben häufig Erziehung im Kontext von Gewalt (psychisch oder psychisch) erlebt. Aggressive Verhaltensweisen (Aggressive Destruktivität) gepaart mit geringer Selbstachtung und Frustrationstoleranz sind deshalb neben Störungen im sozial/emotionalem Bereich häufig zu beobachten. Diesen Störungsbildern kann man wirksam entgegentreten, indem neben der pädagogischen sozialräumlichen Komponente (Unterbringung im Heim) intensiv mit dem Kind/Jugendlichen gearbeitet wird. Als besonders sinnvoll haben sich dabei Methoden aus dem Sport, der Erlebnispädagogik, sowie aus dem kreativen, gestalterischem Bereich erwiesen. Die sportliche Komponente wird in Haus Lichtblick durch regelmäßiges Training einer Selbstverteidigungssportart (Jiu Jitsu) wahrgenommen. Das Training findet 2 x die Woche statt und wird von einem sehr erfahrenen Kampfsporttrainer und Deeskalationsspezialisten durchgeführt, der bereits hinreichende Erfahrung im Umgang und Training mit verhaltensauffälligen Kindern/Jugendlichen hat.

Die Erlebnispädagogische Komponente des AAT

Wiehengebirgswanderung im Sommer 2008 mit Klettern in einem der Steinbrüche

An 3 Stunden/Woche werden zusätzlich erlebnispädagogische oder kreative, gestalterische Elemente angeboten. Zu den erlebnispädagogischen Elementen gehören vorrangig naturnahe Erkundungstouren durch die nähere ländliche Umgebung von Haus Lichtblick, die auch mit unseren am Haus lebenden Pferden durchgeführt werden. Das Antiaggressions- und Selbstbehauptungstraining wird von internen und externen Fachkräften durchgeführt und bei Bedarf durch weitere pädagogische Fachkräfte begleitet.

Kreativität fördern

Marc baut für sein Zimmer sein eigenes Regal nach seinen Vorstellungen

"Aggression ist ein Ausdruck von Lebensenergie. Sie wirkt umso konstruktiver, je höher komplex die beteiligten Konfliktstrukturen sind und je freier kreativ und je flexibler die Beteiligten handeln. Sie wirkt aber umso destruktiver, je niedriger komplex die Konfliktstrukturen sind und je mehr die Beteiligten in denselben alten Wegen der Konfliktlösung verharren."(Dr. med. Reinhard T. Krüger, in "Aggression" 2007)
Vor diesem Hintergrund gehört die kreative, künstlerische und gestalterische Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen als Teilbereich zu unserem Antiaggressionstraining. Mit kleineren Projekten die in vorheriger enger Absprache mit den jungen Menschen vereinbart wurden, wollen wir diesem Anspruch gerecht werden.

Unser Antiaggressivitätstraining befindet sich in fortlaufender Entwicklung, wir sehen das AAT nicht als statisches Element, sondern als ein sich stetig weiterentwickelnder Prozess.